Orbiting
Orbiting – Wenn der Kontakt abbricht, aber die Likes bleiben

Orbiting – Wenn der Kontakt abbricht, aber die Likes bleiben
Sie wurden geghostet. Keine Antwort mehr auf Ihre Nachrichten, keine Gespräche, keine Treffen. Und doch – die Person schaut sich regelmässig Ihre Instagram-Stories an, liked Ihre Posts oder folgt Ihnen noch. Ganz weg ist sie nie. Willkommen im Orbit.
Orbiting bezeichnet ein toxisches Beziehungsverhalten, bei dem jemand den direkten Kontakt abbricht, aber über soziale Medien im digitalen „Orbit“ der anderen Person bleibt. Es ist wie Ghosting 2.0 – man ist verschwunden, aber irgendwie noch da.
Orbiting: Die moderne Zwischenwelt
Die Bezeichnung stammt vom englischen „to orbit“ – umkreisen. Beim Orbiting zieht sich jemand aus der echten Kommunikation zurück, bleibt aber digital sichtbar präsent. Die betroffene Person fühlt sich dadurch emotional in der Schwebe: Ist da noch Interesse? Wird da vielleicht doch noch etwas draus? Oder ist es einfach nur Kontrolle, Neugier – oder sogar Manipulation?
Dieses Verhalten ist besonders in der Dating-Welt weit verbreitet – oft folgt es direkt auf das Ghosting. Während Sie versuchen, mit der Funkstille umzugehen, poppt plötzlich ein Like von der Person auf, die Sie hat fallen lassen. Das verunsichert – und genau das ist der Effekt.
Warum machen Menschen das?
Orbiting kann viele Gründe haben:
- Unsicherheit: Die Person weiss selbst nicht, was sie will.
- Ego: Sie will sehen, ob Sie „noch da“ sind – als Bestätigung.
- Kontrolle: Sie will mit einem einfachen Klick Ihre Aufmerksamkeit gewinnen, ohne sich wirklich auf Sie einzulassen.
- Feigheit: Ein echter Abschluss wird vermieden, stattdessen bleibt man im sicheren digitalen Schatten.
Doch egal, was die Motivation ist: Orbiting ist kein Zeichen von emotionaler Reife. Es zeigt nur, dass jemand nicht den Mut hat, konsequent zu handeln – weder in der Verbindung noch im Abschied.
Was macht Orbiting mit uns?
Der digitale Schattenkontakt sorgt für Verwirrung. Sie versuchen loszulassen – doch ständig taucht ein kleines Lebenszeichen auf. Das kann Hoffnung schüren, Wut auslösen oder alte Wunden wieder aufreissen. Orbiting verhindert den emotionalen Abschluss, weil die Tür nie ganz zugeht – aber auch nie ganz offen steht.
Wie können Sie damit umgehen?
- Kennen Sie Ihren Wert: Sie sind keine Option auf Abruf. Sie verdienen Klarheit, nicht digitale Brotkrümel, die nach Lust und Laune vor Ihre Füsse geworfen werden.
- Ziehen Sie Grenzen: Entfolgen, blockieren oder schränken Sie Ihre Sichtbarkeit ein, wenn Sie der digitale Schattenkontakt belastet.
- Lassen Sie sich nicht verunsichern: Likes und Story-Views sind weder ein Zeichen von Reue noch von echtem Interesse – und erst recht keine Entschuldigung.
- Fokussieren Sie sich auf Menschen, die präsent sind – im echten Leben.
Fazit: Orbiting ist keine Verbindung – es ist eine Illusion.
Es fühlt sich an wie ein Hoffnungsschimmer, ist aber meist nur eine digitale Nebelkerze. Wenn jemand gehen will, dann darf er das – aber er oder sie hat kein Anrecht darauf, in Ihrem Leben zu bleiben, nur um sich selbst besser zu fühlen.
Sie dürfen Türen schliessen. Auch virtuelle.
Bleiben Sie im Zentrum Ihres Lebens – nicht im Orbit einer anderen Person. Falls Sie damit Schwierigkeiten haben, helfen Ihnen die Freiraummanager:innen der Alibi-Agentur Schweiz in vielen Bereichen weiter. Schauen Sie sich unsere hilfreichen Dienstleistungen an - und kontaktieren Sie uns anonym, falls Sie sich angesprochen fühlen.
